Kreisverwaltung

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Verwaltung stellt sich vor

Bauingenieur Wasserbau - Ein Arbeitsplatz zwischen Bach und Büro

Thomas Buch ist Bauingenieur mit Fachrichtung Wasserbau. Beim Wetteraukreis ist er für die Renaturierung von Gewässern zuständig und die Verbesserung der Wasserqualität. Foto: Adrian Nestoriuc

Thomas Buch pendelt zwischen Büro und freier Natur. Der gelernte Bauingenieur mit Fachrichtung Wasserbau ist beim Wetteraukreis für die Renaturierung von Gewässern sowie die Verbesserung der Wasserqualität zuständig. Wir haben uns mit ihm am Seebach getroffen.

Fließgewässer galten in der Stadt oft als lästig, zerschnitten sie doch Grundstücke und machten eine durchgehende Besiedlung unmöglich. Wie viele andere kleinere Gewässer wurde deshalb auch der Seebach in der Friedberger Vorstadt für 32 Jahre in ein enges Rohr gezwängt und überbaut. Doch damit war Ende 2017 Schluss. Die Stadt Friedberg und die Friedberger Wohnungsbaugesellschaft befreiten den Fluss von seinem Korsett und renaturierten den Fluss.

Ein Beruf, bei dem die Erfolge unmittelbar sichtbar werden

Für Thomas Buch ist dies einer der sichtbarsten Erfolge einer grundlegend geänderten Gewässerpolitik, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Gewässerqualität zu verbessern, und Gewässern auch bei Hochwasser wieder mehr Raum zu geben. Als Mitarbeiter der Fachstelle Wasser- und Bodenschutz hat er die Arbeiten am Seebach von Anfang an begleitet.

Er weiß zu berichten, dass wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen nicht immer in Einklang zu bringen sind. „Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die Grundlage vieler Renaturierungsmaßnahmen ist, macht klare Vorgaben. Dennoch ist es mir wichtig, bei Verhandlungen mit Bauherren, Grundstückseigentümern und Nutzern von Flächen möglichst einen Ausgleich zu erzielen und Herausforderungen so unbürokratisch wie möglich zu lösen. Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen ist deshalb in dem Beruf wichtig“, erläutert Buch.

Auch beim Seebach gab es zunächst Bedenken von Seiten des Bauherren und der Friedberger Bevölkerung, doch mittlerweile würden die „Seebach-Auen“ sehr gut angenommen.. Auch die Natur beginnt sich zu erholen.

Digitalisierung bringt Neuerungen mit sich

In den letzten Jahren haben sich nicht nur die Gesetzeslage, sondern auch die Arbeitsmethoden, mit denen Thomas Buch konfrontiert ist, gravierend geändert. Die Digitalisierung hat hier einige Vorteile gebracht. Die Kommunikation ist heute schneller, die zur Verfügung stehenden Karten genauer. Mit dem Geoinformationssystem „GIS“ lassen sich verschiedene Nutzungsarten einer Fläche auf Karten übereinander projizieren und so die Herausforderungen, die sich für den Gewässerschutz ergeben, leichter ausmachen.

Nicht geändert hat sich hingegen, dass Menschen, die das Bauingenieurstudium ergreifen wollen, um später im Gewässerschutz zu arbeiten, gut in Mathe und Physik sein sollten. „Ohne wird es ein bisschen schwierig“, so Buch.

Eher zufällig zu dem Beruf gefunden

Er selbst hat auf eine eher kuriose Art und Weise zu seinem Studium gefunden. Bei einer Informationsveranstaltung zu verschiedenen Studiengängen an seiner FH hatten die „Freunde und Förderer“ des Studiums zur Auflockerung einen Kasten Bier bereit gestellt „und der Rest ist Geschichte“, erläutert Thomas Buch mit einem Augenzwinkern. Bereut hat er den Schritt nie.

Begonnen hat er seine Karriere beim Wasserwirtschaftsamt des Landes Hessen, später ist er dann zum Regierungspräsidium nach Frankfurt in die Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt versetzt worden. Als Friedberger Bürger war er froh, als 2008 die Stelle als stellvertretender Fachstellenleiter im Wetteraukreis ausgeschrieben wurde und er sich darauf erfolgreich bewerben konnte.

Besonders schätzt der Bauingenieur die Möglichkeit, in seinem Job Familie, Freizeit und Beruf miteinander in Einklang bringen zu können. Auch mit dem Einkommen ist er zufrieden. „Die Entscheidung für den öffentlichen Dienst habe ich bewusst getroffen, um dem oft starken Stress in der Bauwirtschaft zu entgehen. Auch bei uns ist natürlich einiges los, aber die geregelten Arbeitszeiten sind mir viel wert.“

Auch privat viel in der Natur unterwegs

Sollte es auf der Arbeit tatsächlich mal längere Zeit stressig zugehen, entspannt sich Thomas Buch gerne auf seinem Fahrrad. Als Leiter eines Mountainbiketreffs ist er mit seinen Freunden regelmäßig unterwegs.

veröffentlicht am: 24.08.2018

15. und 16. Oktober: Fortbildung in der Ausländerbehörde

An beiden Tagen sind nur Kundengespräche mit einem bereits vereinbarten Termin möglich. Telefon: 06031/83-2535, Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailE-Mail. Am Donnerstag, 17. Oktober ist die Fachstelle wieder von 7.30 Uhr bis 18 Uhr erreichbar.

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