Kreisverwaltung

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Verwaltung stellt sich vor

Mitarbeiter in der Poststelle - Arbeiten im Herz der Kreisverwaltung

Hans Drechsler arbeitet zusammen mit Johanna Fröhlich im Herz der Kreisverwaltung. Foto: Adrian Nestoriuc

300.000 Euro Porto im Jahr, unzählige Briefe, Pakete und Päckchen. Sie alle gehen täglich durch die Hand von Hans Drechsler und Johanna Fröhlich.

Der erste Handgriff, morgens um viertel vor sieben: Zeitungen aus dem Briefkasten holen. Oft sind bei der Post auch Fahrzeugpapiere dabei. Autohändler werfen sie in den Briefkasten der Kreisverwaltung, ein Kollege der Zulassungsstelle nimmt sie mit und nach der Bearbeitung kann der Autohändler die fertigen Autoschilder wieder abholen.

„So gegen halb acht fahre ich zur Post, leere unser Postfach und sortiere schon mal vor“, sagt Hans Drechsler. In der Zwischenzeit hat seine Kollegin Johanna Fröhlich in der Poststelle der Kreisverwaltung die eingegangenen Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailE-Mails durchgesehen und weitergeleitet. Manchmal sind auch kuriose Fragen dabei, zum Beispiel ob es noch Ockstädter Kirschen zu kaufen gibt. Eine Kreisverwaltung muss eben alles wissen.

Angefangen hat Hans Drechsler beim Wetteraukreis im April 1983, als Hausmeister, und wenn Not am Mann war, half er auch in der Poststelle mit. Übrigens: damals galt die Sechstagewoche, denn auch samstags wurden die Post und die Zeitungen abgeholt. „Die Briefe wurden sortiert und später am Samstag kamen dann der Landrat und die hauptamtlichen Kreisbeigeordneten und nahmen ihre Post mit. Entweder kamen sie selbst oder der Fahrer“, sagt Hans Drechsler. Seit der Jahrtausendwende arbeitet er zusammen mit Johanna Fröhlich Drechsler nur noch im „Herz der Kreisverwaltung“, der Poststelle. „Wir sind ein gutes Team“, sagt Johanna Fröhlich. „Die Arbeit macht Spaß und wenn wir nicht wären, würde die Post sich stapeln. Wir können nicht sagen: ‚Heute mache ich mal ein bisschen langsamer, ich hab keine Lust‘. Die Post muss raus.“

Und was da täglich ein- und ausgeht wird immer mehr: 1.000 Euro Porto täglich, 300.000 Euro im Jahr. Mit der neuen Frankiermaschine, die seit September 2011 für das richtige Porto auf der Ausgangspost sorgt, haben Drechsler und Fröhlich inzwischen 1,6 Millionen Euro für Porto „verstempelt“. „Früher hatten wir zum Frankieren einen Kasten, den wir bei der Post mit Geld aufladen lassen mussten. Für die neue Frankiermaschine geben wir nur einen Code ein und die Maschine lädt maximal 10.000 Euro auf. Das klingt viel, reicht aber nur für zehn Tage.“

Zurück zur Morgenroutine: Die von der Post abgeholten Briefe werden weiter geöffnet, mit einem Eingangsstempel versehen und zugeordnet. Jede Fachstelle und jeder Fachdienst hat ein eigenes Postfach. Damit keine falschen Ideen aufkommen: „Post für den Landrat, für die hauptamtlichen Kreisbeigeordneten, für die Pressestelle, die Kasse oder den Personalrat machen wir nicht auf. Das gilt ebenso für persönlich adressierte Briefe“, sagt Hans Drechsler.

„Irgendwann hat man es im Blut“

Die Arbeit wird nie langweilig. „Hans und ich sind ein eingespieltes Team“, sagt Johanna Fröhlich und setzt einen Eingangsstempel auf den nächsten geöffneten Brief. „Es geht Hand in Hand, da müssen wir nicht mehr viel reden, wir sehen was es zu tun gibt.“

Und zu tun gibt es vieles, damit den beiden die Post nicht über den Kopf wächst. „Wenn zum Beispiel das Gesundheitsamt die Selbsthilfezeitung verschickt dann kommen locker 60 Pakete zusammen“, sagt Hans Drechsler. Auch die Ausgangspost wird nicht einfach verschickt sondern vorher sortiert. Drechsler deutet auf die Fächer für die einzelnen Ämter: Amtsgericht, Finanzamt, Stadt- und Gemeindeverwaltungen, Allgemeine Ortskrankenkasse, Justizvollzugsanstalt, und das sind noch längst nicht alle. Die Post für diese Ämter wird gesammelt und zweimal wöchentlich als Sammelpäckchen verschickt. Das Porto muss man im Kopf haben und auch die Kostenstellen, denn das Porto muss ja den Fachstellen zugeordnet werden. „Aber das geht alles irgendwann ‚ins Blut über‘“, meint Drechsler.

Und dann ist da noch die Verwaltungsstelle in Büdingen, die keine eigene Poststelle hat. „Jeden Tag kommt ein Fahrer aus Büdingen“, erklärt Johanna Fröhlich. „Er bringt die Hauspost für die Fachstellen hier in Friedberg und nimmt auf dem Rückweg Hauspost für Büdingen mit. Außerdem bringt er uns die Ausgangspost, die wir frankieren und verschicken.“ Apropos verschicken: Jeder Brief wird in die Hand genommen: wie groß ist er, wohin geht er und wie schwer ist er? „Wir sortieren die Briefe nach Porto, denn ab einer bestimmten Mengen gibt es Rabatt“, erklärt Hans Drechsler. „Bei Postzustellungen und Briefen zu 70 Cent gibt es ab 250 Stück Rabatt.“

Überhaupt wird viel gezählt, sortiert, gestempelt und schriftlich festgehalten, denn den Überblick zu behalten gehört zum A und O im täglichen Poststellengeschäft. Johanna Fröhlich und Hans Drechsler wissen, dass eine ganze Verwaltung sich auf ihren Überblick verlässt.

veröffentlicht am: 31.07.2018

15. und 16. Oktober: Fortbildung in der Ausländerbehörde

An beiden Tagen sind nur Kundengespräche mit einem bereits vereinbarten Termin möglich. Telefon: 06031/83-2535, Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailE-Mail. Am Donnerstag, 17. Oktober ist die Fachstelle wieder von 7.30 Uhr bis 18 Uhr erreichbar.

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