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Landrat Weckler legt Klimaschutzbericht vor

Hausmeister Steffen Kaiser, Landrat Jan Weckler und Klimaschutzbeauftragte Jens Dölling. Im Vordergrund Klimaschutzmanagerin Stefanie Voß und Auszubildende Christine Borgner vor der Holzhackschnitzel-Heizungsanlage an der Henry-Benrath-Schule in Friedberg

Landrat Jan Weckler hat im Kreistagsausschuss für Regionalentwicklung, Umwelt und Wirtschaft den Öffnet externen Link in neuem FensterKlimaschutzbericht für die Jahre 2017 und 2018 vorgelegt. Fazit: Der Energieverbrauch im Vergleich zum Jahr 1990 ist trotz erheblichen Anstiegs der Fläche deutlich gesunken. Die von der Bundesregierung gesteckten Klimaschutzziele für das Jahr 2020 (40 Prozent Einsparung von Treibhausgas-Emissionen gegenüber 1990) wurden im Wetteraukreis bereits erreicht „Bis zum Jahre 2030 wollen wir insgesamt 55 Prozent CO2 einsparen“, formuliert Landrat Weckler das ambitionierte Ziel des Kreises.

Rund 50 Seiten umfasst der mittlerweile 11. Klimaschutzbericht des Wetteraukreises. In dem knapp 50 Seiten umfassenden Papier werden alle gebäuderelevanten Verbräuche für die Jahre 2017 und 2018 im Vergleich zu den Jahren 1990 und 2006 dargestellt. Berücksichtigt wurden dabei fast 2.000 verschiedene Kennzahlen aus den 88 Schulen, acht Verwaltungsliegenschaften und acht Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge.

Mit dem Kreistagsbeschluss vom 18. April 2018 wurde der Berichtszeitraum für den Klimaschutzbericht auf zwei Jahre und das Jahr 2006 als weiteres Bezugsjahr festgelegt. „Damit können die Entwicklungen kurzfristig, mittelfristig und langfristig klarer analysiert werden“, erläutert Landrat Weckler.

Mehr Fläche – weniger Verbrauch

Der größte Energieverbraucher des Kreises sind die 88 Schulen. Trotz deutlich gestiegener Fläche zwischen 1990 und 2018 ist der Gesamtverbrauch von 64.565 MWh auf 37.611 MWh gesunken. Das ist ein Rückgang um 42 Prozent. Rechnet man den Wärmeverbrauch pro Quadratmeter und Jahr, ergibt sich sogar eine Verminderung von mehr als 50 Prozent. Lag der Verbrauch im Jahre 1990 bei 198 kWh pro Quadratmeter und Jahr, ist er nicht witterungsbereinigt nunmehr auf 91 kWh im Jahre 2018 gesunken Das ist umso höher zu bewerten, da erhebliche Energiekosten durch den Ganztagsunterricht und den damit notwendigen Mensen verbunden sind. „Insgesamt haben wir bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits eine Einsparung von 50,5 Prozent CO2-Emissionen in unseren Liegenschaften erreicht“, betont Weckler.

Gegenüber dem Jahr 1990 gab es eine erhebliche Flächenmehrung an den kreiseigenen Gebäuden, von 325.000 Quadratmeter auf 412.000 Quadratmeter (plus 27 Prozent). Die Zahl der Schülerinnen und Schüler stieg von 33.301 auf 36.098 Schüler (plus acht Prozent). Mensen gab es 1990 keine, 2018 waren es 69. Heute gibt es 66 Ganztagsschulen, 1990 hingegen gab es keine. Zudem sind heute 6.100 Computer und Notebooks in den Schulen im Betrieb, im Jahr 1999 waren es 1.250.

Wärmedämmung und moderne Heizungen

Möglich wurde die Energieeinsparung durch eine Vielzahl von Maßnahmen, um den Energieverbrauch zu senken. Dazu zählen in erster Linie die energetische Ertüchtigung der Gebäude, etwa durch Wärmedämmung, neue Fenster, gedämmte Dächer und effizientere Heizungsanlagen. „In einem Gebäudebestand mit mehr als 400 Einzelgebäuden gibt es immer noch enorme Möglichkeiten, den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß zu vermindern“, berichtet Landrat Jan Weckler. „Wir haben das schon früh erkannt, und durch gezielte Maßnahmen die CO2-Emission in unseren Liegenschaften halbiert.“

Für Landrat Weckler gilt es, die Potentiale auszuschöpfen. „Beispielsweise wollen wir auch mit Wärmepumpen Energie sparen. Mit dieser Technik sind wir noch in einem Versuchsstadium. Beim Einsatz von Containern funktioniert das System. Ob es sich in Schul- und Verwaltungsgebäuden sinnvoll einsetzen lässt, werden wir im laufenden Betrieb ermitteln. Ziel ist es, den CO2-Ausstoß weiter zu reduzieren, trotz absehbarer Flächenmehrung und mehr elektrischer Geräte in den Liegenschaften.“

Beispielhaft nennt Weckler die Teilnahme am Quartierskonzept der Stadt Nidda mit dem dortigen Gymnasium. Hierzu wird ein Sanierungskonzept für öffentliche Gebäude entwickelt, in dem die energetischen Sanierungsmaßnahmen konkretisiert und detailliert ausgearbeitet werden. Das Quartierskonzept wird nach den Vorgaben eines Förderprogramms der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ausgearbeitet. Dadurch werden die Kosten für die Entwicklung des Konzepts zum Teil übernommen.

Energie gewinnen auf Schuldächern

Ein weiterer wichtiger Aspekt zur Einsparung von Energie und der Reduktion von CO2-Ausstoß ist das persönliche Nutzerverhalten. „Hier haben wir ebenfalls schon früh Akzente gesetzt, etwa mit der Ausbildung von Grundschülern zu Klimaexperten. Ich freue mich immer wieder zu sehen, wie engagiert die Grundschülerinnen und Grundschüler als Klimaexperten in ihren Schulen agieren“, so Landrat Weckler.

Neben der Einsparung von Energie wird die Gewinnung von Energie immer wichtiger. Mittlerweile gibt es 47 Photovoltaikanlagen, die im vergangenen Jahr rund 1,5 Millionen kWh Strom erzeugt haben. Eine Menge, mit der 500 Personenhaushalte ein Jahr mit Energie versorgt werden könnten.

Wärmepumpen und Klassenraumcontainer

Eine andere Form der Energieeinsparung ist mit dem vermehrten Einsatz von Klassenraumcontainern verbunden. Diese werden aufgebaut, um kurzfristige Spitzen bei den Schülerzahlen abzufangen. Wurden die Container in der Vergangenheit wegen ihrer kurzen Standzeit oft mit Elektroheizungen betrieben, geht man jetzt wegen der längeren Standzeit auf den Betrieb mit Wärmepumpen über.

Wie günstig das ist, macht Landrat Weckler an einer Beispielrechnung deutlich:

  • Die Klassenraumcontaineranlage an der Rosendorfschule in Steinfurth ist angemietet. Für die vier Klassen, die mit Elektroheizkörpern beheizt werden, wird der Energieverbrauch pro Klassenraum mit 9.250 kWh pro Jahr angegeben.
  • An der Degerfeldschule in Butzbach hat der Wetteraukreis eine Klassenraumcontaineranlage gekauft und beheizt sie mit einer Wärmepumpe. Hier liegt der Energieverbrauch pro Klassenraum bei 2.370 kWh pro Jahr, also gerade einmal ein Viertel des Verbrauchs gegenüber dem Heizen mit Elektroheizung.

„Als Wetteraukreis nehmen wir unsere Verantwortung ernst und wollen aktiv bei der Umsetzung der Klimaschutzziele mitwirken, die sich Deutschland, aber auch der Wetteraukreis vor Ort gesetzt haben“, betont der Wetterauer Landrat.

veröffentlicht am: 30.10.2019

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